"Du stinkst!"

Ein Erfahrungsbericht von
Joraam Malgur

Rogue Force Master & Lord of the Litht

Hyperraum – wie ich es hasse! Dieses Übelkeit erregende Gefühl beim Übergang in die Halbwelt ...
Nicht einmal meine Erfahrungen mit der Macht können mich vollkommen gegen die Nebenwirkungen schützen. Na ja, immerhin ist es halb so schlimm, wenn ich selbst am Steuer sitze.

Der NavComp zeigt mir die Annäherung an die Zielkoordinaten nahe des Asteroidenfelds um Tarpas III an, aber noch ist es zu früh.
Ich erinnere mich nochmals an das Gespräch mit Gildorian ...

"Malgur, uns ist da etwas Komisches passiert, ich brauche Sie!"
"Was gibt es, Obi-Nor, Händler meines uneingeschränkten Vertrauens? Trotz Unmengen an Credits immer noch Sorgen?"
"Hier geht es um ein Problem, das mein Geld alleine nicht lösen kann, es braucht einen erfahrenen Mann..."
"OK, Gildorian, was liegt an?"
"Einer meiner Transporter ist überfällig, die letzte Funkmeldung war ... verstümmelt und nicht zu verstehen."
"Gildorian, was soll das? Verschwenden Sie hier meine Zeit? Andere Auftraggeber warten ...
Wenden Sie sich doch an die Behörden; die imperialen Horchposten und Zollkontrolleure sollten Ihnen problemlos weiterhelfen können!"
"Nein, Nein, Malgur, so warten Sie doch! Der Transport hatte etwas heikle Fracht ... einen Mozilla ..."
"Einen Mozilla? Wo beim heiligen Schopf des großen Wookie haben Sie den denn her? Sie handeln aber auch wirklich mit allem ..."
"Es war ein Transportauftrag für Chamugga the Hutt, eine Überführung von seinem Zirkus auf Sultani VII zu den Kernwelten."
"Und Sie glauben, das Vieh hat Ihre Crew gefressen?"
"Crew wäre wohl zuviel gesagt, die neuen Modultransporter benötigen bei Frachttransport nur 3 Mann Besatzung. Jedenfalls melden sie sich nicht mehr, und nach allem, was ich über die Viecher weiß – dass sie alles organische in ihrer Umgebung auffressen und Durastahl zur Verdauung dazunehmen – kann ich mir keine andere Erklärung vorstellen."
"Obi-Nor, da draußen gibt es Abermillionen Gründe, warum ein Schiff verschollen sein kann – eigentlich ist es ein Wunder, dass überhaupt ein Schiff irgendwo ankommt! Sie haben doch den Transportkäfig mit der 858711er-Legierung an Durastahl ausgestattet?
Haben Sie doch, oder?
Nein, sagen Sie jetzt lieber nichts ...
War es zu teuer oder gab es ein Gewichtsproblem damit?"
"Das ist doch jetzt unerheblich, Malgur, ich will mein Schiff wieder, der Transporter hatte einen Prototypen an Bord, den ich unter allen Umständen wieder haben muss. Und ich kenne nur Sie, der Erfahrung hat, Dinge – Wesen – zu jagen und zur Strecke zu bringen."
"Und Sie haben Glück – ich habe noch dazu Erfahrung mit Mozillas. Und gerade etwas Zeit. Was springt dabei heraus?"
"2.000 bei Erledigung und noch einmal 3.000 drauf, wenn Sie mir das Biest in einem Stück wiederbringen – tot, wohlgemerkt!"
"Gildorian, das ist eigentlich zu wenig. Aber ich sage Ihnen was: Ich sehe es als Sponsorgeld für einen sportlichen Wettkampf an, und Sie schulden mir außerdem einen Gefallen plus einige heftige Sonderkonditionen bei meinem nächsten Großeinkauf in Ihrem Laden."
"Einverstanden, Malgur. Gute Jagd!"
"Danke, Obi-Nor, die Macht wird mit mir sein. Übermitteln Sie die relevanten Daten an meinen Protokolldroiden 2S-ST9. Malgur Out."

"Eintritt in den Normalraum in T minus 90" reißt mich 2S-ST9 aus meinem kleinen Tagtraum.
Kein Sinn für ein bisschen Feingefühl, der alte Blechkopf.
Ich ziehe den Schubhebel der Überlichttriebwerke nach hinten, 15 Sekunden früher als er berechnet hat. Soll er doch sehen, was er davon hat, mich zu stören.
Die Force Hammer bockt nur einen kurzen Augenblick, als die Sublichttriebwerke zünden, aber es reicht aus, um 2S-ST9 von den Füßen zu holen, und ich gestatte mir ein breites Grinsen.
"Was ist mit den Scannern, ST? Wir sind hier nur teilweise zum Spaß unterwegs!"
"Sofort, Sir" erklingt es auf Kniehöhe, und kaum 8 Sekunden später meldet er mir "Kontakt. 8-3-1-1, hoch. IFF gibt an, dass es die Herald of Free Gildorian Enterprise MCMLVIII ist."
Die Funkverbindung zwischen 2S-ST9 und der Force Hammer war wohl doch den Haufen Credits wert, die ich Obi-Nor dafür in den Rachen geworfen habe.

Ich korrigiere den Kurs, und 3 Minuten vergehen, bis ich die Herald in Sichtweite habe.
Sie rotiert um ihre Längsachse, wobei sie leicht trudelt. Wenigstens bewegt sich das Heck etwas berechenbarer und relativ ruhig.
"Herald MCMLVIII, hier ist die Force Hammer! Euer Boss sucht Euch schon. Könnt Ihr mich hören?"
Statisches Rauschen, sonst nichts.
Na schön, dann muss es wohl sein.

Ich nähere mich der Herald von Sechs Uhr her, aber das Trudeln ist doch etwas schlimmer als es aus der Ferne aussah.
Also greife ich innerlich nach der Macht.
Meine Hände bewegen sich ohne Verbindung zum Gehirn auf eine Weise, die die Force Hammer das Schlingern der Herald kopieren lassen.
Ein dumpfer Schlag kündigt an, dass ich Gildorian’s Schiff erreicht habe. Das darauffolgende Zischen und Klicken zusammen mit der Statusanzeige der Magnetklammern bestätigen mir, dass die temporäre Symbiose der beiden Schiffe stabil ist.

"ST, du bleibst hier; bring das Schiff in Notfallmodus und lass die Treibwerke auf kleiner Flamme laufen, kann sein dass wir hier weg wollen – und dann sollte es ohne einen lebenden Mozilla im Schlepptau sein."
"Verstanden, Sir."

Ich steige aus dem Cockpit hinunter in den kleinen Laderaum und checke nochmals den Magnetklammernstatus an der Außentür.
Alles OK.
Ich schnappe mir eine Atemmaske, ziehe sie über den Kopf und öffne die Drucktür.
Perfekt. Das Schott der Herald liegt genau dahinter. Nur ganz leicht verdreht, ein oder zwei Grad würde ich sagen. Nicht schlecht dafür, dass ich es eigentlich gar nicht versucht habe...

Ich ziehe meinen Handblaster, sehe dass das EnergyPak fast voll ist und aktiviere den Öffnungsmechanismus, den Blaster im Hüftanschlag.
Bevor ich hinübertrete fällt mir noch etwas ein, das ich aus der linken oberen Beintasche krame.
Meine Plakette der MHA, "Proud Member of the Mozilla Hunters Association".
Erst jetzt bekommt die Jagd den richtigen offiziellen Touch.
Ich ziehe mir die feingliedrige mandalorische Kette mit dem Abzeichen über den Kopf und schiebe alles unter die Tunika. Es kribbelt leicht auf der Haut.
Zuletzt befestige ich noch ein Headset mit HoloVid-Ausrüstung am Atemgerät und schalte es ein.
"ST, starte die Aufzeichnung für Gildorian."

Ich sammle mich noch einmal und trete durch das Schott.
"Beginn der Jagd, MHA-Member 1138, Joraam Malgur. Auftraggeber: Gildorian Enterprises. Zielobjekt: ein männlicher Mozilla, etwa 118 Jahre alt, durchschnittlicher Wuchs, übliche Größe, normales Gewicht. Umgebungsbedingungen: Transportraumer, vermutlich atmosphärelos."

Ich schalte das Licht am Headset ein, die Energieversorgung der Herald ist zusammengebrochen; scheinbar hat der Mozilla Verdauungsprobleme und auf der Suche nach "Katalysator" die Hauptenergieleitung zerfetzt.
Oder Obi-Nor hat aus Sparsamkeit die Frachtmodule vom Netz trennen lassen – könnte ich mir bei einem erfolgreichen Händler wie ihm durchaus vorstellen.

Im Scheinwerferlicht wirken die großen Container bedrohlich, Schatten überall. Perfekt für einen Hinterhalt - aber so leben, arbeiten und töten Mozillas nicht. Außerdem würden die Container sicher nicht mehr an ihren Plätzen stehen, wenn eine vier Meter große hungrige Bestie hier unterwegs gewesen wäre.

Meine Schritte sind das einzige Geräusch in dem halbleeren Frachtmodul, als ich es durchquere.
Das Schott auf der anderen Seite ist noch versiegelt, ich hatte also recht.
Ich drücke auf den großen grünen OPEN-Schalter, aber nichts tut sich. Ein kurzer Hack in die Türschaltkreise zeigt mir, dass die Tür vom nächsten Frachtmodul her verschlossen ist, zusammen mit der Tür auf der anderen Seite des Moduls.
Obi-Nor, was soll der Kram? Frachtmodule sperrt man nicht ab, Türsperrlogik ist teuer!
Oder sollte hier ... - na klar, der Prototyp!
Würde mich ja schon interessieren, was es ist ... andererseits habe ich hier die Chance, den Rekord für die schnellste Erlegung eines Mozilla zu brechen, und vernünftig dokumentiert noch dazu. Die Jungs und Mädels von der MHA würden Augen machen!

Ich halte mich also nicht mehr länger mit der Tür auf, das erledigt mein Blaster. Allerdings brauche ich 2 Schüsse dafür – der Prototyp muss irre wichtig sein, wenn Gildorian so stabile Türen kauft. Das EnergyPak ist runter auf 2/3.

Ich stoße die Überbleibsel der Tür zur Seite, als mir ein Zischen auffällt. Mein ArmbandComp blinkt wie verrückt mit der Anzeige "Toxisch".
In meinen Augen eine etwas pathetische Diebstahlsicherung, dieses Gas. Wer entert schon Frachtmodule ohne Atemgeräte?
Und dieser Prototyp muss sehr empfindlich sein, sonst hätte er doch sicher Sprengladungen oder zumindest Elektroschocker installiert, Selbstschussanlagen und ähnliches Zeug.
Aber nichts dergleichen.
Meine Neugier steigt, als ich mich im Frachtmodul umsehe und nur einen einzelnen Container entdecke. Immerhin ist er größer als der Frachtraum meiner Force Hammer, aber trotzdem – ich habe irgendetwas ... Größeres erwartet. Leicht enttäuscht bemerke ich im Vorbeigehen die Haltegurte am Container – schwer kann es also auch nicht sein, diese Gurte würden bei heftigeren Manövern sonst reißen.

Mit schnellen Schritten durchquere ich das Frachtmodul, an der Tür wiederholt sich das Spiel von vorhin. Das EnergyPak ist runter auf weniger als 1/3 – ich wusste doch, dass ständiges Laden diese Dinger kaputt macht! Muss wohl doch mal etwas mehr in dieses Zeug und die Ladegeräte investieren. Obi-Nor hat’s ja im Angebot ...

Das Modul vor mir ist auch beinahe leer, abgesehen von einer Durastahlplatte am Boden, aus der noch Reste von Gitterstäben ragen.

Der Käfig muss riesig gewesen sein, mit Gitterstäben so dick wie die Oberschenkel eines talossianischen Rhiny-Catchers!
Diese Trottel müssen den Mozilla nach Mitternacht gefüttert haben, damit er solche Verdauungsprobleme entwickelt und seinen Käfig auffrisst.
Freilich, mit dieser Methode schläft er unmittelbar ein und lässt sich leicht transportieren – aber es ist auch die größte Dummheit, die man machen kann.
Außer man benutzt 858711er-Durastahl.
Gildorian, Gildorian, manchmal glaube ich wirklich, dass Geld einen die Realität nur verschwommen wahrnehmen lässt ... frag doch mal jemanden, der sich damit auskennt!

Das Schott auf der anderen Seite des Moduls ist offen. Hmm, "offen" trifft es wohl nicht ganz: wo die Tür war, ist jetzt einfach ein Loch in der Wand.
Kurzzeitig frage ich mich, ob sich der Mozilla vielleicht mittlerweile durch die Außenwand des Transporters gefressen hat ...
Aber Nein, Mozillas sind nicht dumm, und sie sehen auch nicht schlecht. Besonders mit Hilfe Ihrer Fühler auf der fliehenden Stirn. Die Fühler ... eine besondere Trophäe, sofern man alle drei von einem einzigen Biest hat. Und Hutts pflegen ihre Tierchen normalerweise recht gut, verstümmelte "Ausstellungsstücke" wirken im Zirkus einfach nicht so interessant ...

Weiter im Text, die Tü... die Öffnung in der Wand wartet auf mich, denn hier im Frachtmodul kann der Mozilla wohl nicht sein, außer er wäre ungewöhnlich klein.

Ich trete durch das Loch, vor mir liegt das Steuermodul des Frachters.
Hier sieht es schon eher nach einer Bestie aus, die meisten Wandverkleidungen sind zumindest angekratzt, wenn nicht ganz abgerissen und angenagt worden.

Die Türen links und rechts zu den Kabinen hängen ebenfalls schief in den Überresten ihrer Angeln. Zimmer für Zimmer überprüfe ich die Crewquartiere. Nirgendwo finde ich mehr als ein paar kümmerliche Überreste organischen Materials – ein Rest von Matratze hier, ein Stück von einem nachtblauen Overall dort. Alles, was nicht aus Durastahl ist, steht noch genau an seinem Platz. Sofern es mit diesem fest verbunden ist, wie die Barhocker hier in der Messe.

Ich nehme eine Bewegung hinter der Bar wahr und gebe zwei schnelle Schüsse in die Richtung ab. Dann versuche ich, mit Hilfe der Macht die Präsenz des Mozilla zu fühlen – Nichts!
Das wäre doch mal etwas neues, ein Macht-abgeschirmter Mozilla; so etwas hat man ja noch nie gehört!
Oder woraus baut dieser Gildorian seine Schiffe? Obwohl – das wäre ja wohl zu teuer und für diesen Zweck komplett überflüssig gewesen ...

Eigentlich egal, das Biest ist groß genug, um es auch ohne Macht frühzeitig wahrzunehmen.
Ich umrunde die Bar und muss feststellen, dass ich umsonst geschossen habe, denn da liegt nur ein durchlöcherter Vorhangrest. Wenigstens habe ich sauber getroffen.
Kurz überlege ich, ob ich die Aufzeichnung für Gildorian und die MHA manipulieren und diesen Part löschen soll, aber das wäre nicht ehrenhaft genug.

Weiter geht’s, vor mir liegt nur noch die Brücke. Recht geräumig für einen Transporter, angenehme Atmosphäre insgesamt. Nur sehr gespenstisch leer und verlassen, viel Zerstörung und ein paar wenige Einschusslöcher. Die drei Besatzungsmitglieder können auch nicht annähernd dem Mozilla das Wasser gereicht haben, die Biester sind sehr schnell. Außerdem bezweifle ich, dass Gildorian’s Angestellte viel Zeit in der Schießhalle verbringen.
Ich umrunde die verschiedenen Stationen, Stühle und Stützstreben, aber es gibt keinen Hinweis, dass hier überhaupt einmal jemand war – abgesehen von der allgemeinen Zerstörung natürlich.

Am großen Hauptfenster bleibe ich stehen und schaue nach draußen in das Asteroidenfeld. Aber noch bevor ich den Anblick so richtig genießen kann, spüre ich einen Lufthauch im Genick – begleitet von einem üblen Mundgeruch.

Während ich herumwirble frage ich mich, wie die Mozilla-Weibchen das nur aushalten, ja sogar ihre Partner danach auswählen können!
Keinen halben Meter von mir entfernt schwebt der Kopf des Mozilla, vage humanoid in Form. Wenn da nur nicht die drei Fühler und die fehlenden Ohren wären.
Ich ramme ihm meinen Blaster von unten an das vorgeschobene Kinn, und mit den Worten "Du stinkst!" drücke ich ab ...

Nichts passiert.

Außer dass ich versuche, den Abzug noch tiefer in den Blastergriff zu drücken.

Verfluchtes Zeug, Sch... billige EnergyPaks!

Der Mozilla muss wohl auch überrascht gewesen sein, denn erst nach einer Schrecksekunde hebt er die Arme und lässt einen markerschütternden Schrei erklingen, bevor er versucht mich zu packen und zu verschlingen.

Ich nutze die Zeit, in der sich das Biest zum Angriff sammelt und lasse mich zu Boden fallen, rolle unter seinem breiten Becken durch. Aber Mozillas sind eben nicht dumm, auch er knickt in den Knien – wie komisch das aussieht, wenn die Gelenke nach hinten gehen – ein, um mich mit seinem Schwanz zu erdrücken.

Ein Tick zu langsam, dem großen Wookie sei Dank!
Allerdings doch noch schnell genug, um meinen rechten Fuß unter seinem breiten Stummelschwanz einzuklemmen. Seine vier Tentakel strecken sich mir entgegen, aber sind sie zu kurz, um mich zu erreichen.

Ich versuche halb verzweifelt, mein Lichtschwert zu erreichen, ich liege nur dummerweise ziemlich unbequem drauf. Der Mozilla begeht einen Fehler, denn um mich packen zu können steht er auf, was mich freigibt. Blitzschnell ziehe ich die Beine unter meinem Körper an und springe aus der Hocke über die Kommunikationsstation hinweg, drehe mich im Flug so dass ich ihm nach der Landung gegenüber stehe.

Das Ungetüm folgt mir, kommt auf mich zu und fegt die CommStation einfach beiseite.
Endlich habe ich mein Lichtschwert, Dai, in der Hand und zünde es mit beiden Händen über meinem Kopf.

Als der Mozilla nahe genug ist, lasse ich die gewichtslose Klinge herabschnellen. Ich scheine immer noch Probleme mit der Macht zu haben, und so geht dieser Schlag auch leicht daneben. Die Bestie verliert lediglich einen Arm und erhält eine Schnittwunde am linken Bein.

Der Schmerzensschrei ist kaum zu ertragen, betäubt mich fast.

Das Tier nutzt diese Gelegenheit, um mir mit zweien seiner Tentakel das Lichtschwert aus der Hand zu drehen und mich mit dem guten Arm am rechten Knöchel zu packen.

Nun bin ich dran mit dem Schmerzensschrei, denn "sanft festhalten" kann man das nicht nennen!

Wie in Trance sehe ich mein Lichtschwert davonfliegen, fast zeitlupenartig. Ich versuche, mich innerlich soweit zu beruhigen, um nach der Macht zu greifen und das Lichtschwert wieder in meine Hand rufen zu können.

Ergebnislos, der Griff bleibt ohne Regung etwa vier Meter entfernt unter einer zusammengebrochenen Computerstation liegen.

Der Mozilla hebt mich am Bein hoch und öffnet sein breites Maul. Ich greife tastend an meinen linken Stiefel, und endlich finde ich, was ich brauche.
Ich ziehe und zünde mein kleines, eher zeremonielles Lichtschwert Sho, und rasiere mit einer kurzen Bewegung dem Mozilla den Unterkiefer ab.

Die Bestie lässt mich los, und im Fallen ramme ich Sho nach oben durch sein mickriges Gehirn.
Der Mozilla stockt kurz und fällt dann über mir zusammen, sein nur noch andeutungsweise vorhandener Schädel kommt auf meiner Brust zu liegen.
Ziemlich außer Atem bleibe ich noch eine Minute liegen, dann schiebe ich den Kopf zur Seite und stehe auf.

"ST, wie sieht es aus, haben wir alles?"
"Als Sie kopfüber hingen, gab es eine kurze Bildstörung, nur ein leichtes Flimmern, aber das müsste man mit HoloPaint v80.072 wieder herausarbeiten können, Sir."
"Gut. Sehr gut. Wie ist mein Zeitindex beim Eintritt des Todes?"
"1138.0815. Zugriff auf die MHA-Datenbank zum Vergleich derzeit nicht möglich."
"Danke, ST, das lässt sich auch später klären. Stell mich zu Gildorian durch, und lass dich nicht von der Sekretärin abwimmeln."
"Sofort, Sir."

Ich nutze die kurze Pause, um mich zu sammeln, meine Kleidung zu ordnen und meine Spiegelung im Hauptfenster zu betrachten – ein Fall für den Reinigungsservice und die Massagebäder auf Tantau VI!

"Gildorian hier. Malgur! In welchem Zustand ist meine Fracht?"
"Mir geht es auch gut, danke der Nachfrage ... Ihr Container ist unbeschädigt, nur die Frachtraumtüren waren etwas widerspenstig. Klinken Sie sich doch mal in mein HoloVid mit ein, ich zeige ihnen was."
"Du meine Güte, was für ein Ungeheuer!"
"Ja, Obi-Nor, ein Prachtbursche. Sehen Sie nur, die Fühler sind intakt! Alle drei! Und weitgehend in einem Stück ist er auch noch. Wo wollen Sie ihn hinhaben?"
"Igitt, was für ein grässliches Ding! Ich lege noch mal 10.000 Credits drauf, wenn Sie ihn mir nicht bringen, sondern irgendwo entsorgen!"
"ACK, Deal, Gildorian. Wird prompt erledigt. Wenn Sie nur gleich die Überweisung veranlassen könnten, man erwartet mich auf Tantau VI, und dort werde ich einiges von dem Geld brauchen ..."
"Gut, Malgur. Sehen Sie, ich mache gleich den RetinaScan für die Transaktion."
"Was ist mit der Fracht? Wie gedenken Sie das zu regeln? Meine Force Hammer ist zu klein zum Abschleppen."
"Ich habe ein Bergungsteam in der Nähe auf Abruf, die kümmern sich darum. Danke nochmals. Gildorian Out."

15.000 Credits für ein bisschen Spaß und Nervenkitzel! So einen Stundenlohn möchte ich immer haben ...
Ich stelle mich an das Fenster und grinse in das Asteroidenfeld hinaus. Ein paar Minuten später gehe ich zum Mozilla zurück und schneide mit Sho die Schädelpartie aus, auf der die Fühler sitzen. Den Rest des Ungeheuers schaffe ich mit Hilfe einer AntiGrav-Einheit in die Luftschleuse und lasse ihn ins All davontreiben
Dann suche ich noch Dai und meinen Handblaster und mache mich auf den Weg zurück zur Force Hammer.

"Fertig zum Abflug, Sir"
"Danke, ST"
Ich übergebe ihm meine Trophäe mit der Bemerkung "Steck das in ein Stasisfeld bis wir zu Hause sind".

Erschöpft aber zufrieden lasse ich mich in den Pilotensessel fallen und initiiere die Sequenz zum Lösen der Magnetklammern. Anschließend drehe ich die Force Hammer in Richtung des mittlerweile gefrorenen Mozilla-Kadavers und schicke ihn mit zwei salutartigen Schüssen endgültig in den Mozilla-Himmel.

Der Kurs nach Ord Mantell ist bereits programmiert, und so ist es nur eine Sache von wenigen Handgriffen, in den Hyperraum zu springen – als ob mir nicht auch so schon schlecht genug wäre!

Die Sterne ziehen sich zu Lichtstreifen, und die Unendlichkeit empfängt mich ...

Ende