No Risc - No Credits

Epilog

Luke Skywalker zog ein Messer aus seinem Gürtel und trat hinter Yo-Karah Mal'Wan. Mit einem raschen Schnitt durchtrennte er ihren langen dünnen Zopf. Das abgeschnittene Haar fiel herab zur Erde, wo bereits der rote Zopf von Isaphàn Dera Sh'sandrò lag. Anschließend zog der Jedi-Meister seiner Schülerin die hellbraune Robe aus. Er legte das Kleidungsstück auf einen Tisch und nahm stattdessen eine braune Robe von dunklerer Farbe zur Hand. Mit der Robe trat er vor Yo-Karah hin.
Er schaute ihr ernst in die Augen, ließ dann seinen Blick über die Anwesenden schweifen. Er sah die gespannten Gesichter und spürte die aufmerksame Präsenz der anderen Schülerinnen und Schüler, die sich auf dem freien Platz vor dem Eingang zur Jedi-Akademie auf Yavin 4 versammelt hatten.
"Yo-Karah Mal'Wan", sprach er mit lauter Stimme. "Du warst elf Jahre Schülerin auf der Jedi-Akademie. Du hast gerlernt, die 'Macht' in dir zu erspüren und zu benutzen, ihr Wirken zu verstehen und einzusetzen. Du hast Selbständigkeit bewiesen, ebenso wie die Fähigkeit, dich in die Gemeinschaft ein- und den Vorschriften unterzuordnen."
Hier machte er eine kleine Pause.
Dann fuhr er mit weniger ernster Miene fort: "Dieser letzte Punkt ist die nicht leicht gefallen, aber du hast ihn gemeistert."
Einige Anwesende schmunzelten; Yo-Karah unterdrückte ein Grinsen.
Luke Skywalker hielt ihr die Robe hin, und Yo-Karah schlüpfte hinein.
"Alle dir auferlegten Prüfungen hast du bestanden", sprach weiter. "Deshalb bist du nicht länger Schülerin, sondern eine Jedi. Diene der Gerechtigkeit und dem Frieden in dieser Galaxis!"

Obi-Nor stellte die Holoprojektion ab, und das Bild von Luke Skywalker verblasste.
"Danke, dass du mir das Holo mitgebracht hast, Yo."
Er umarmte seine Tochter.
"Yo, ich bin stolz auf dich. Jetzt ist aus dir was Richtiges geworden. Eine Jedi. - Fast so gut wie eine Händlerin", setzte er grinsend hinzu.
"Apropos Händlerin", antwortete Yo-Karah. "Hat sich deine Firma vom Konflikt mit Loco Luferno erholt?"
"Halbwegs", brummte ihr Vater. "Gil Frost ist verschwunden, die Marktanteile haben sich andere gesichert. Zusammen mit den übrigen Schäden kommen wir auf einen Verlust von etwa 50 Millionen Credits. Aber viel schlimmer ist der Verlust an Menschen und anderen Vernunftwesen."
Yo-Karah nickte. "Und als ob dir das nicht reichte, hast du versucht, Solium-Kristalle nach Berilaque zu schmuggeln? Vater, du bist zum Tode verurteilt worden! Ich habe mir Sorgen um dich gemacht!"
Obi-Nor grinste verlegen. "Das, äh, das war Geschäftsrisiko. Aber ich kann dich beruhigen, eine solche Aktion mache ich nie wieder."
"Ehrenwort?"
"Ehrenwort!"
Yo-Karah schaute skeptisch drein.
"Glaub mir, Yo, ich bin in dieser Hinsicht wirklich vernünftig geworden", versicherte ihr Vater. "Ich werde alles künftig ein wenig ruhiger angehen lassen. Ich habe sogar angefangen, ein Buch zu schreiben, in dem ich anderen freien Händlern Tipps gebe, wie sie ihr Unternehmen führen können."
Sie wurden unterbrochen, weil Stella Likori ihren Kopf zur Tür hineinstreckte.
"Wollt ihr zwei den ganzen Neujahrstag im Haus hocken? Kommt raus, Helen wirft gleich die Münze!"

"Liebe Bewohner und Gäste hier auf Palm Island!" rief Helen mit lauter Stimme. "Hier auf Trexx gibt es einen schönen Brauch. Immer wenn der Planet die Sonne umrundet hat, werfen wir die Münze, um zu erfahren, wie das kommende Jahr wird. Hier auf dieser Münze steht auf der einen Seite das trexxanische Wort 'Yo', was 'Hoffnung' bedeutet. Auf der anderen Seite steht das Wort 'Oy', 'Hoffnungslosigkeit'. Ich werfe nun die Münze. Wenn sie auf die 'Yo'-Seite fällt, dann bedeutet das Glück für das nächste Jahr, und wir alle können den traditionellen Ruf 'Yo karah', 'neue Hofnung', erschallen lassen."
Helen warf die Münze in die Luft und sprang schnell zu der Stelle, wo sie herunterfiel.
"Es ist 'Yo'! Yo karah! Yo karah!" rief sie aufgeregt.
Alle Anwesenden fielen in den Ruf ein: "Yo karah, Yo karah!"
Die Jedi gleichen Namens tippte ihrem Vater auf die Schulter.
"Du hast den Wurf mit Hilfe der 'Macht' Manipuliert, das habe ich gespürt."
Obi-Nor wirkte entrüstet. "Was denkst du denn, natürlich hab ich das! Sieh mal, Yo, beim trexxanischen Münzwurf handelt es sich um ernste Prophezeiung, die darf man doch nicht einfach dem Zufall überlassen!"
Yo-Karah seufzte. Ihr Vater mochte eines der angesehendsten Handelsunternehmen in der Galaxis führen, doch im Grunde seines Herzens war und blieb er ein - Schmuggler.

Ende

Obi-Nor